Morbus Parkinson

Die Parkinson-Krankheit ist eine der häufigsten fortschreitenden Erkrankungen des zentralen Nervensystems im höheren Lebensalter. Die meisten Betroffenen erkranken zwischen dem 50. und 79. Lebensjahr, jedoch kann die Krankheit auch jüngere Menschen treffen.

Bei der Erkrankung liegt vor allem ein Mangel an dem Nervenbotenstoff Dopamin vor, der entsteht, weil spezielle Nervenzellen im Gehirn nach und nach absterben. Zusammen mit anderen Botenstoffen ist Dopamin an der Bewegungssteuerung des Menschen beteiligt ist.

Ein Dopamin-Mangel bringt das empfindliche Gleichgewicht der Botenstoffe durcheinander.

Die Folgen sind Bewegungsstörungen mit den typischen vier Symptomen der Parkinson-Krankheit.

Bewegungsverlangsamung (Bradykinese)

Erste Anzeichen können sein, dass z. B. ein Arm beim Gehen weniger mitschwingt als der andere. Willkürliche Bewegungen wie Gehen, Aufstehen, Drehen können nur noch sehr verlangsamt und mit großen Schwierigkeiten ausgeführt werden. Spontane und unwillkürliche Bewegungen fehlen teilweise ganz. Die Haltung ist oft gebeugt und der Gang wird kleinschrittig. Für eine Wendebewegung benötigt man viele kleine Zwischenschritte. Gestik und Mimik nehmen ab und das Gesicht wirkt wachsartig und zunehmend wie eine starre Maske. Auch Sprechstörungen können auftreten und die Stimme wird oft leiser und monotoner, die Sprache undeutlicher. Es tritt vermehrtes Speicheln durch Schluckstörungen auf, was auch das Essen beeinträchtigen kann. Auch die Feinmotorik ist betroffen, was sich dann z.B. in einer veränderten Handschrift widerspiegeln kann.

Steifheit der Muskeln (Rigor)

Als Rigor bezeichnet man eine Versteifung der Muskeln bei voll erhaltener Kraft. Typischerweise sind zuerst die Nacken- und Schultermuskeln betroffen, oft zunächst einseitig.

Zittern (Tremor)

Auch das Zittern beginnt meist einseitig. Anfangs machte es sich nur im Ruhezustand bemerkbar, später und dauerhaft, kommt es zu einem langsamen und rhythmischen Zittern der Hände und später auch der Füße. Im Schlaf oder während einer Bewegung verschwinden die Symptome vollständig.

Störungen der Halte- und Stellreflexe (posturale Instabilität)

Beim Parkinson-Patienten sind Halte- und Stellreflexe, die zur Ausbalancierung des Körpers dienen, gestört und so können plötzliche Bewegungen nicht mehr aufgefangen werden. Dadurch kommt es zur Gangunsicherheit und Sturzneigung. Häufen sich die Stürze, entwickeln Parkinson-Kranke oft Angst vor Bewegungen. Eine Störung der Halte- und Stellreflexe tritt meist jedoch erst in späteren Stadien der Krankheit auf.

Der Verlauf und die Beschwerden können sehr unterschiedlich sein, und nicht jeder Patient weist alle Hauptsymptome auf. Es gibt jedoch eine Vielzahl von Begleitsymptomen wie z. B.

  Verschlechterung des Geruchssinns lange vor Einsetzen der Bewegungsstörungen
  Entwicklung von Depressionen im Laufe der Krankheit
  Entwickelung von Symptomen einer Demenz
  Diffuse Schmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen, vor allem aber Rückenschmerzen
  Verstopfung aufgrund von Darmfunktionsstörungen
  Schlafstörungen, meist in Form von Ein- und Durchschlafstörungen
  Potenzprobleme können krankheits- und auch medikamentenbedingt sein
  Beeinträchtigung der Blasenfunktion was zu Harndrang, Einnässen, aber auch Harnverhalt führen kann

Im frühen Stadium der Parkinson-Krankheit ist eine Diagnose oft schwierig.

Erste Hinweise können starke Muskelverspannungen, Schwierigkeiten bei Alltagstätigkeiten wie Zähneputzen, Zuknöpfen von Kleidung oder Computerarbeiten, eine Verkleinerung der Handschrift oder ein gestörtes Riechvermögen sein. Manche Patienten bemerken auch früh Probleme beim Gehen mit vermehrter Fallneigung.

Ein starker Hinweis auf das Vorliegen der Parkinson-Krankheit ist eine Besserung der Symptome unter einem Therapieversuch mit einem Medikament bestehend aus einer Vorstufe des Dopamins, welche im Gehirn zu Dopamin umgewandelt wird.

Zum Ausschluss anderer Ursachen werden bildgebende Verfahren wie Computertomografie (CT) und Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT) herangezogen. Mit der Positronen-Emissons-Tomographie (PET) kann eine Verminderung der Dopamin ausschüttenden Zellen im Gehirn indirekt sichtbar gemacht werden.

Mit Ultraschalluntersuchungen lässt sich die Subtantia nigra sehr gut darstellen. Da bei der Parkinson-Krankheit vorwiegend in der Substantia nigra Nervenzellen absterben, kann der Arzt mit dieser Untersuchung hilfreiche Hinweise zur Diagnosestellung erhalten.

Morbus Parkinson ist zwar behandelbar, jedoch nicht heilbar.

Die Therapie setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen. Der wichtigste ist der Einsatz von Medikamenten. Die medikamentöse Behandlung zielt darauf ab, die Botenstoffe im Gehirn wieder in ihr Gleichgewicht zu bringen.

Da es sich bei Parkinson um eine fortschreitende Erkrankung handelt und die Wirkung einiger Anti-Parkinsonmittel mit der Zeit abnehmen kann, ist in gewissen Zeitabständen eine Anpassung der Medikamente notwendig.

Eine regelmäßige physiotherapeutische Betreuung ist wichtig, um möglichst lange die Beweglichkeit zu erhalten. Auch Entspannungsübungen können sich positiv auf den Tremor auswirken.

Wenn das Sprech- und Schluckvermögen beeinträchtigt ist helfen logopädische Maßnahmen. Sie trainieren die betreffende Muskulatur und die Kommunikation über Gesten und Mimik kann gefördert werden.

Um möglichst lange selbstständig den Alltag bewältigen oder Hobbys ausführen zu können hilft die Ergotherapie. Auch der Einsatz von Hilfsmitteln kann hier trainiert werden.

Bei der chirurgischen Therapie sollten Nutzen und Risiko sorgfältig abgewogen werden. Der Eingriff sollte erst dann zum Einsatz kommen, wenn die medikamentöse Therapie nicht mehr ausreichend ist und der Patient deutlich an Lebensqualität verliert.

Eine eindeutige Ursache für die Parkinson-Krankheit ist bis heute nicht gefunden. Es ist auch möglich, dass mehrere Ursachen zusammen Krankheitsauslöser sind. Sicher ist bisher nur, dass die Erkrankung nicht ansteckend ist. Genetische Untersuchungen an Parkinson-Familien weisen jedoch darauf hin, dass in seltenen Fällen die Anlage für die Erkrankung vererbt werden kann.

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