Botolinum Toxin Behandlung

Das Botulinumtoxin ist das giftigste aller bekannten Gifte, gleichzeitig aber auch die wirksamste therapeutische Substanz.

Gebildet wird das Toxin von Bakterien. Der Name stammt aus dem Lateinischen, abgeleitet von botulus = Wurst und toxin = Gift.

Früher fanden diese Bakterien in nicht einwandfrei konservierten Lebensmitteln hervorragende Wachstumsbedingungen (vor allem in Bohnen und Wurst). und führten oft zu einer als Botulismus bezeichneten Lebensmittelvergiftung.

Mit diesem historischen Hintergrund hat das in der heutigen Behandlung eingesetzte Botulinumtoxin allerdings nur den Wirkmechanismus gemein: Das Toxin lässt Muskeln für eine bestimmte Zeit erschlaffen.

Der Wirkmechanismus ist komplex und nicht ganz einfach zu erklären.

Wird das Toxin in den Muskel gespritzt, gelangt es über eine Verbindungsstelle in den Nerv. Am Nervenende verhindert Botulinumtoxin dann die Freisetzung einer für alle Bewegungsabläufe notwendigen Substanz, das Acetylcholin. Wird dieser Überträgerstoff (Transmitter) durch das Toxin blockiert, erschlafft der Muskel. Der Organismus setzt nach einer gewissen Zeit am Nervenende bestimmte Mechanismen in Gang, die den ursprünglichen Zustand wieder herstellen. Das Nervenende regeneriert sich und Acetylcholin wird wieder freigesetzt. Der betreffende Muskel wird wieder aktiv.

Es gibt viele Anwendungsgebiete wie zum Beispiel bei:

  fokalen und zervikalen Dystonien
  Gesichtsspasmen
  Zerebralparesen
  übermäßiger Schweißproduktion
  Spannungskopfschmerzen
  Migräne
  spastische Lähmungen
  chronische Rückenschmerzen
  übermäßige Speichelproduktion
  und zur kosmetischen Faltenglättung

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